Volkskrankheit Bandscheibenvorfall und seine Symptome

Die Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern und einem Faserring,der aus festem Bindegewebe und Knorpel besteht und die Aufgabe hat,den Nucleus pulposus an Ort und Stelle zu halten.Die Fasern der einzelnen Schichten verlaufen schräg und bilden mit den
Deckplatten einen Winkel von 24° ,während die inneren einen Winkelvon 37° bilden. Die äußeren Fasern haften am Knochen des Corpus, die inneren an der Deckplatte. Die Anordnung der Faserschichten bewirkt eine Anspannung in jedweder Bewegungsrichtung und damit eine rechtzeitige Begrenzung. lnsbesondere bei einem intakten Faserring ist eine Verdrehung der Wirbelkörper gegeneinander unmöglich.Die Bandscheibe hält grossen Druckbeanstandungen allerdings eher stand als Scher- und Schubkräften. Normalerweise werden bei Rotationsbewegungen sofort die schrägen Fasern des Ringes gespannt. Da auf Grund der Gelenkstellung keine Rotation möglich ist, ist es gut vorstellbar, das eine Kombination von Beugung und Rotation die Tendenz hat, den Ring ein zu reissen.Dann kann der unter Druck stehende Kern nach hinten herausgepresst werden. Dies ist umso eher möglich, wenn die Bandscheibe insgesamt schon einen Flüssigkeitsverlust erlitten hat. Das ist leider ab einem Alter von 40 Jahren der Normalzustand, gerade bei den zwei unteren
Bandscheiben der LWS. Dann sind gewisse axiale Rotationsbewegungen denkbar, die aber das Gefüge der Bandscheibe bedenklich belasten. Der unter Druck stehende Gallertkern drängt den geschwächten Faserring nach aussen, es kommt zur Bandscheibenvorwölbung ( Protusion ).Als erstes wird das mit zahlreichen Nozizeptoren ( freie Nervenendungen in der Haut ) versehene hintere Längsband irritiert,sofort danach die Dura Mater. Es kommt zum Lumbago. Diese äussert sich in Kreuzschmerz, Schonhaltung, schmerzhafter
Verspannung der Rückenmuskulatur. Bricht der Faserring auf kommt es zum Bandscheibenvorfall (Prolaps ). Austretendes Gewebe des Nucleus kann Druck auf die Nervenwurzel ausüben. Es kommt zur lschialgie. ( lschias = arthritische oder
artrotische Veränderung im Bereich der unteren LWS ).Solange die Duramanschette noch mitbetroffen ist, hat der Patient Schmerzen im Kreuzbereich und im Bein. Am häufigsten sind BSV in der Lendenwirbelsäule, manche Statistiken gehen sogar von 9O% in diesem Bereich aus, andere von 2/3 Drittel also 66 %. Am häufigsten sind BSV in den unteren zwei Lendenwirbeln, nämlich L4/L5 und L5/S1, das erklärt auch die hohen Prozentzahlen der LWS. BSV in der LWS führen häufig zu Schmerzen und Sensibillitätsstörungen
- im Rücken
- teilweise strahlen sie ins Bein aus

BSV in der HWS dagegen verursachen schmerzen und Sensibilitätsstörungen
- in der Schulter
- im Arm
- in den Fingern

ln seltenen Fällen verursacht ein BSV Symptome wie Störungen beim Stuhlgang und Wasserlassen. Diese Symptome gelten als Notfall, in diesem Fall muss durch eine OP
das Bandscheibengewebe entfernt werden um die Nerven zu entlasten.